Gudrun Dittmar

MalereiGrafik

Rezension

‚Äě ‚Ä¶ Pr√§gende Impulse f√ľr ihre kreative Entwicklung empfing die diplomierte Kunstp√§dagogin Ende der 1990er Jahre bei einer k√ľnstlerischen Weiterbildung in Basel. Ihre Sichtweise und ihr k√ľnstlerisches Vorgehen wurden in der Schweiz auch bei Arbeits- und Studienaufenthalten als Stipendiatin ganz entscheidend beeinflusst. In aufgeschlossener Atmosph√§re und fruchtbarer Reibung mit international anerkannten K√ľnstlern erschloss sich f√ľr die Th√ľringerin eine Weltoffenheit, die heute ihre Arbeiten pr√§gt und auch auf gro√üen Ausstellungen unverwechselbar macht.

Das zeigt sich im thematischen Zugriff wie der Tiefe der Reflexion, die Gudrun Dittmar nur selten √ľber ein Einzelbild anstrebt, sondern in Serien auslotet. Oft nutzt sie englische Titel, die zus√§tzlichen Spielraum erschlie√üen, noch vielschichtigeres und gegens√§tzlicheres Ausleuchten ihrer Vorgaben zulassen.

In ihren Serien geht es um Selbstbefragung, Identit√§ten, den Versuch, Klischees mit Scharfsinn und Ironie zu hinterfragen, die Balance zwischen Ideal und Wunschbild auszutarieren. Bei der Umsetzung greift die Malerin und Grafikerin als Vorlage oft partiell auf Zufallsfotos zur√ľck, nutzt Acrylfarben oder bedient sich im Sgraffito einer komplizierten Ritz- und Abdecktechnik, die sie mit Farbauftr√§gen kombiniert. Eine ihrer j√ľngsten Serien tr√§gt den Titel Fata Morgana ‚Äď f√ľr sie weniger Trugbild als Kombination von Unwirklichem. In ihren Bildwelten werden dramatische Elemente immer auch von Schlaglichtern der Banalit√§t gebrochen - einem asiatischen Kind, das die Zunge zeigt, einem vermummten Paar inmitten majest√§tischer Bergwelten. Das verfremdet die Szenerie, katapultiert den Betrachter in den Kosmos seiner eigenen Assoziationen.

Gudrun Dittmar macht es dem Publikum nicht leicht, zwingt es geradezu suggestiv zur Auseinandersetzung. So bleibt die Begegnung mit ihren Bildern f√ľr jeden, der sich darauf einl√§sst, von gro√üer Nachhaltigkeit.‚Äú

Ingrid Leps
2013